Bieten die aktuellen Preise noch Chancen zum günstigen Goldkauf?

Auch wenn der Kauf von physischem Gold vornehmlich zur Absicherung und zum Werterhalt des Vermögens verwendet wird, ist ein günstiger Einstiegszeitpunkt ein wichtiger Aspekt für den Erfolg einer Goldanlage. Nachdem der Goldpreis seit der Jahrtausendwende stetig angestiegen ist, und sich diese Entwicklung seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise nochmals verstärkt hat, notiert das Edelmetall knapp unterhalb von 1.800 US-Dollar je Feinunze und somit annähernd auf Höchststand.

In den vergangenen sieben Tagen hat der Goldpreis nun einen Rücksetzer erlebt. Der Impuls hierzu ging aus vom Terminmarkt. An der COMEX wurden die Kapitalanforderungen für den Handel mit Goldfutures erhöht. Risikoorientierte Goldhändler mit spekulativer Ausrichtung haben daraufhin Positionen glattgestellt, wodurch kurzfristiger Verkaufsdruck den Preis drückte.

Auf dem Goldmarkt gewinnt jedoch vermehrt der physische Handel an Bedeutung und ist zunehmend auch für die Preisentwicklung verantwortlich. Da der Bedarf an physischem Gold anhaltend hoch ist, zeigt sich bereits wieder eine Aufwärtsbewegung in der Preisentwicklung. Der kurze, vom Terminmarkt verursachte Ausbruch nach unten scheint bereits überwunden.

Umfeld für Gold auch heute noch positiv

Sollten Anleger auf dem derzeit erreichten Preisniveau also noch Gold kaufen oder kann man weitere Rücksetzer für den günstigen Goldkauf abwarten? Bereits Anfang Juni dieses Jahres stellten wir diese Frage. Dollarschwäche und Griechenlands Staatsschulden befeuerten damals den Preisauftrieb. Die magische Marke von 1.500 US-Dollar war durchbrochen und erste Zweifel am weiteren positiven Verlauf der Goldrallye kamen auf.

Aus heutiger Sicht war das Preisniveau vor gut zwei Monaten eine gute Gelegenheit günstig Gold zu kaufen. Die Preise stiegen weiter, da sich die grundsätzlichen Bedingungen wenig verändert hatten. Heute zeigt sich ein ähnliches Bild und die Begründung ist identisch. Die Bedingungen im globalen Finanz- und Wirtschaftsumfeld haben sich wenig verändert. Wenn überhaupt, hat sich die Situation verschärft. In der europäischen Schuldenkrise geht es längst nicht mehr nur um Griechenland. Weitere Staaten sind betroffen und auch um die Stabilität großer Volkswirtschaften in der Eurozone werden Sorgen laut.


Das Umfeld für die weitere Entwicklung für Gold hat sich demnach eher verbessert und so bietet auch das aktuelle Preisniveau ausreichend Potenzial. Interessierte Anleger können also auch derzeit weiter zugreifen. Da jedoch kleinere Korrekturen auf diesem Preisniveau nicht ausgeschlossen werden können, bieten diese ideale Voraussetzungen für den günstigen Goldkauf. Wenn noch größere Summen für eine Goldanlage bereit stehen, können Goldkäufer diese auf mehrere Einstiegszeitpunkte aufteilen. Da man (alte Börsenregel!) nie den perfekten Einstieg findet, kann man auf diese Weise über den Durchschnittskosteneffekt einen günstigen Goldkurs realisieren.

Alle reden drüber: Ist Gold am Gipfel angelangt?

Auch wenn sich die Aktienmärkte zum Wochenschluss wieder etwas beruhigt haben und sich die Kursverluste seit den Tiefstständen verringerten, ist Gold weiterhin gefragt und hält sich relativ stabil. Zwar war im Goldpreis eine leichte Abwärtsbewegung zu beobachten, diese kann allerdings vorrangig auf die erhöhten Kapitalanforderungen für den Goldhandel am Terminmarkt zurückgeführt werden.

Die COMEX, als weltweit größter Terminmarkt für den Handel mit Gold, hat die Margin, also das zu hinterlegende Kapital für den Goldhandel, um 22% erhöht. Aufgrund dessen ist davon auszugehen, dass spekulative Positionen zumindest teilweise abgebaut wurden, was sich belastend auf die Preisentwicklung von Gold auswirkt.

Eine ähnliche Entwicklung zeige der Silberpreis, auch wenn hier die Kursverluste mit über 30% deutlich höher ausfielen. In der ersten Jahreshälfte wurden seitens der COMEX bereits für „das Gold des kleinen Mannes“ die Kapitalanforderungen in mehreren Schritten erhöht, als Silber zuvor einen fulminanten Anstieg auf rund 50 US-Dollar hinlegte. Eine Negativentwicklung in ähnlichem Ausmaß wie bei Silber ist jedoch für den Goldpreis aufgrund dieser Maßnahme nicht zu erwarten, da der Goldmarkt vom Volumen deutlich breiter aufgestellt ist.

Goldpreis mitten im medialen Zirkus

Ob hingegen auch die BILD für den Kursrückgang des Goldpreises verantwortlich sein könnte, wie die Financial Times Deutschland berichtet, bleibt fraglich. Das Boulevardblatt zeigte in der Donnerstagausgabe eine mit 20 Gramm Goldbarren gepflasterte Titelseite im Rahmen einer entsprechenden Telefonaktion mit Verlosung. Die Website zeigte eine ähnliche Aufmachung.

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In jedem Fall ist die Aktion ein Zeichen dafür, dass das Bewusstsein für die Unsicherheiten am Kapitalmarkt in der Breite angekommen ist und sichere Häfen wie Gold massentauglich werden. Die Wahrscheinlichkeit von Parallelen des derzeitigen Goldmarktes zu den Entwicklungen des Neuen Marktes im Jahre 2001, als der breiten Medienberichterstattung über heiße Aktientipps alsbald der harsche Einbruch folgte, sind indes gering. Hierfür sorgt die hohe physische Goldnachfrage, welche sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Anlegern einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Gerade der physische Kauf von Barrengold oder Münzen ist langfristig ausgerichtet. Diese Bestände werden nicht wie die spekulativen Positionen am Terminmarkt bei kurzfristigen Ereignissen auf den Markt geworfen, wodurch zusätzlicher Verkaufsdruck entsteht.